Elli & Mitnetz Strom starten Versuchsprojekt Smart Charging in Deutschland

By | June 21, 2022
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In einem gemeinsamen Pilotprojekt haben die deutschen Unternehmen Elli und Mitnetz Strom mit Tests zu optimierten Ladestrategien begonnen. Ziel des Projekts ist ein effizientes Zusammenspiel von Stromnetz und Elektromobilität mit Elektroautos des VW-Konzerns.

Der Wandel großer Teile der Mobilität hin zur Elektrifizierung bringt neue Herausforderungen mit sich. Beispielsweise wachsen die Anforderungen an die Verteilnetze und es muss darauf geachtet werden, dass die Netze nicht überlastet werden. Gerade angesichts des wachsenden Anteils erneuerbarer Energien hält der Konzern geeignete Speichermöglichkeiten für notwendig, denn „Sonne und Wind liefern nicht gleichzeitig Energie“.

In dem Projekt wollen VWs Ladedienstleister Elli und der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom nun zeigen, wie mit „zeitlich variablen, monetären Anreizen“ kundenfreundliche Produkte zum intelligenten Laden von Elektrofahrzeugen umgesetzt werden können. Dabei sind sowohl die regionale Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien als auch die verfügbaren Kapazitäten im Verteilnetz zu berücksichtigen.

Das Projekt wird in der Nähe des Volkswagen Standorts Zwickau realisiert. Aus den Erkenntnissen der Pilotanwendung will VW konkrete Handlungsempfehlungen „für die Weiterentwicklung des rechtlichen und regulatorischen Rahmens“ erarbeiten. Zudem soll ein skalierbares Konzept zum sicheren und effizienten Datenaustausch zwischen Kunden, Lieferanten und Netzbetreibern entwickelt werden.

Im ersten Schritt beteiligen sich rund 20 Fahrer der VW-Modelle ID.3, ID.4 und ID.5 daran, Elektroautos künftig zum Teil des Energiesystems zu machen und verstärkt Ökostrom aus der Region zum Laden zu nutzen. Die Ergebnisse des Pilotversuchs werden im Herbst 2022 erwartet.

Die Lösung, wie eine praktische Umsetzung von Smart Charging aussehen könnte, präsentierten die Partner auf der E-World in Essen. Ein Algorithmus vergleicht die Ladepläne der Autos über Preisanreize mit der regionalen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und den verfügbaren Kapazitäten im Verteilnetz. Die daraus resultierende flexible Netznutzung soll die Häufigkeit von Engpässen im Stromnetz reduzieren und finanzielle Vorteile für die Teilnehmer schaffen.

„Mit diesem Projekt demonstrieren wir erstmals, wie sich Elektroautos nutzerfreundlich mit dem Stromnetz synchronisieren lassen. Das Auto wird für den Netzbetreiber zum rollenden Stromspeicher. Für die Fahrer wird über Preisanreize ein finanzieller Mehrwert generiert“, sagt Niklas Schirmer, Vice President Strategy Elli. „Durch die Flexibilisierung des Strombedarfs von Elektrofahrzeugen kann mehr erneuerbarer, regional erzeugter Strom genutzt werden.“ Allein im Jahr 2020 mussten in Deutschland rund 6.200 GWh Ökostrom abgeregelt werden.

Ein weiterer wichtiger Schritt in der Kreislaufwirtschaft von Batterien ist die Verwendung von Second-Life-Batterien, die für Elektroautos nicht mehr leistungsstark genug sind, aber für stationäre Speicheranwendungen wie die Stromversorgung der Ladeunterstützung bei gleichzeitiger Speicherung von intermittierender erneuerbarer Energie neben der Anwendung noch perfekt funktionieren oben beschrieben. Obwohl Second-Life-Batterien bei diesem Projekt nicht explizit erwähnt wurden, kündigte Volkswagen im vergangenen Mai an, die Aktivitäten entlang der Batterie-Wertschöpfungskette in Zusammenarbeit mit der im vergangenen Dezember gegründeten Europäischen Gesellschaft (Société Européenne) bündeln zu wollen. Dazu gehören auch neue Geschäftsmodelle rund um die Second-Life-Nutzung von Fahrzeugbatterien und das Closed-Loop-Recycling wertvoller Rohstoffe. Der operative Betrieb wird Anfang Juli dieses Jahres aufgenommen.

Im Herbst soll das Demonstrationsprojekt zwischen dem Ladedienstleister Elli und dem Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom wertvolle Ergebnisse für die weitere Netzplanung und das Laden von Elektrofahrzeugen mit erneuerbarer Energie liefern.

volkswagen-newsroom.com

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